Kindliche Stimmstörungen

Viele Kinder, die zudem noch sehr lebhaft sind, fallen durch ihre Heiserkeit auf, ohne dass entzündliche Vorgänge des Hals-Nasen-Ohren-Bereichs vorliegen. Der Sprechablauf ist aufgrund der Temperamentslage oft beschleunigt, so dass die Verständlichkeit der Sprache, die ohnehin keine natürliche Lautstärke mehr erreicht, insgesamt schlecht ist. Aufgrund der Stimmschwäche ist auch die Artikulation im Ganzen unklarer. Hier ist eine Stimmtherapie unbedingt erforderlich. Eine kindliche Heiserkeit kann, wenn man sie nicht logopädisch behandelt, zu einem dauerhaften Fehlverhalten der Stimme führen, so dass die Störung bis ins Erwachsenenalter anhalten und sich einschränkend auf die berufliche Laufbahn auswirken kann.

Therapie: Als erster Schritt hat in allen Fällen eine ausführliche Beratung der Eltern zu erfolgen, da andernfalls jede therapeutische Maßnahme durch fortgesetztes Fehlverhalten des Kindes und seiner Umgebung wieder aufgehoben wird. Zudem verkürzt sich der Übungsteil der Therapie durch sinnvolle Ratschläge.

Als zweiter Schritt sind Atem- und Stimmübungen notwendig, die dem kindlichen Wesen unmittelbar angepasst sein müssen. Wesentlich ist dass die Übungen so mit dem Kind gespielt werden, dass es stets heiter und motiviert bleibt.

Um das Stimmverhalten des Kindes verändern zu können muss zunächst ein bewusstes Hören vermitteln werden. Je eher das dem kleinen Patienten durch die Erfahrung der eigenen Stimme möglich ist, desto leichter ist die Veränderung der stimmlichen Aktivität beim Kind erreichbar.

Der dritte und schwierigste Schritt ist der Transfer in die alltägliche Sprechsituation durch häusliche Übungen, in denen die Eltern – je nach Alter des Kindes – mit einbezogen werden müssen. Die Stabilisierung der kindlichen Stimme bedarf, nicht anders als bei dem erwachsenen Patient einer regelmäßigen, möglichst täglichen Übungsphase über den Zeitraum von mindestens einigen Wochen.