Sprachstörungen bei ADHS/ ADS (Aufmerksamkeits-Störung mit und ohne Hyperaktivität)

An dieser Stelle wird zwischen ADHS (Aufmerksamkeits-Defizit-Hyperaktivitäts-Störung) und ADS (Aufmerksamkeits-Defizit-Syndrom) unterschieden.

Verhaltensweisen von ADHS: leichte Ablenkbarkeit, Impulsivität, Ungeduld, Aggressivität

Verhaltensweisen von ADS: Vergesslichkeit, „auf Durchzug“ schalten, Tagträumereien, unpassendes Zeitmanagement („nie fertig werden“), geistige Abwesenheit

Die Verarbeitungsstörungen zeigen sich zum einen beim genauen Hinhören (auditive Wahrnehmung). Dazu gehört, dass Feinheiten der Sprachlaute nicht genug herausgehört werden können und ähnlich klingende Laute verwechselt werden. So sagt ein Kind z.B. „detommen“ statt „gekommen, „Saugschauber“ statt „Staubsauger“. Meist werden lange Sätze verdreht und manchmal „Kauderwelsch“ gesprochen.

Zum anderen zeigen sich die Verarbeitungsstörungen auch beim genau Hinschauen können (visuelle Wahrnehmung) und führen zu Problemen, die sich spätestens nach der Einschulung bemerkbar machen. So kommt es häufig zu massiven Problemen bei der Buchstabenerkennung. Dadurch ist der Schriftspracherwerb erheblich gestört, was zu einer Lese- Rechtschreibschwäche führen kann. Aber auch die nonverbale Kommunikationsfähigkeit kann beeinträchtigt sein.

In der logopädischen Therapie können Symptome, wie z. B. Sprach- und Kommunikationsstörungen, Störungen in der Wahrnehmung sowie Konzentrationsstörungen des Kindes behandelt werden. Die Schulung der Konzentrationsfähigkeit sowie der Wahrnehmungsfunktionen kann zu  einer Reduzierung von Sprachentwicklungsauffälligkeiten führen. Bei Schulkindern mit ADS und ADHS kann eine logopädische Therapie vorbeugend Probleme beim Lesen und Schreiben lernen entgegen wirken. Aber auch bei älteren Schulkindern kann noch eine Abschwächung vorhandener Störungen beim Schriftspracherwerb erreicht werden.