Fazialisparese (Gesichtslähmung)

Eine Fazialisparese ist eine meist einseitige Funktionsstörung des Nervus facialis (VII. Hirnnerv). Die Kaumuskulatur ist dabei nicht betroffen, da sie vom Nervus trigeminus versorgt wird.

Ursachen:
Häufig ist die Ursache unbekannt. Dann kann es nach drei bis acht Wochen zu einer Wiederherstellung der Funktion des Nervs führen. Andere Auslöser können u.a. Schlaganfall, Infektionen, Verletzungen, Tumore (Akustikusneurinom, Ohrspeicheldrüsentumor etc.), Autoimmunkrankheiten und angeborene Fehlbildungen sein.

Symptome:
Folge einer peripheren Fazialisparese ist die Schwäche oder vollständige Lähmung der mimischen Muskulatur. Der Mundwinkel hängt und der Mundschluss ist nicht oder nur teilweise möglich. Daher kann beim Trinken Flüssigkeit aus dem betroffenen Mundwinkel herauslaufen. Außerdem können die PatientInnen die betroffene Seite der Stirn nicht runzeln und das Auge nicht oder nur unvollständig schließen. Durch einen länger anhaltenden inkompletten Lidschluss kann es zu einer Schädigung der Hornhaut des Auges führen. Außerdem kann es zu einer Geschmacksstörung in den vorderen zwei Dritteln der Zunge und verminderten Speichelsekretion in Ruhe kommen. Auch eine erhöhte Geräuschempfindlichkeit auf der kranken Seite ist möglich. Bei einer zentralen Fazialisparese kann es zu einer Schädigung der mimischen Muskulatur der rechten Gesichtshälfte mit Aussparung der Stirnmuskulatur und des Lidschlusses kommen.

Therapie:
In der Logopädie gibt es verschiedene Konzepte. Die Therapie richtet sich nach der Ursache der Erkrankung. Neben Kräftigungsübungen der mimischen Muskeln kann PNF (propriozeptive neuromuskuläre Fazilitation) angeboten werden. Dabei erhält die Patientin/ der Patient verschiedene Reize: Kälte, Druck, Dehnung, Vibration. Auch andere Therapieformen neben der Logopädie sind möglich.